Bei dem Wort Soja klingeln bei vielen schon die Alarmglocken. Genmanipulation und die in Soja enthaltenen Phytoöstrogene scheinen hierbei Auslöser der allgemeinen Sojaphobie zu sein. Damit wollen wir jetzt Schluss machen und mit den größten Mythen und Missverständnissen aufräumen.

Wir bei Oatsome verwenden in Mango Mia Soja und das auch aus gutem Grund. Soja enthält viele wichtige Nährstoffe wie Eisen, Magnesium, Kalium und Zink sowie viele Ballaststoffe und gut verwertbare Proteine, ähnlich anderer Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen und Bohnen. Der Verzehr von Hülsenfrüchten kann eine blutdrucksenkende Wirkung haben sowie zu einer besseren Regulierung des Blutzucker- und Cholesterinspiegels führen.

 

Aber was ist denn mit dem Phytoöstrogen?

Östrogene sind nicht grundlegend gut oder schlecht. Eine hohe Menge an Östrogen kann beispielsweise eine positive Wirkung auf unsere Knochen haben, jedoch auch die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken erhöhen.

Phytoöstrogene lassen sich in einer Vielzahl pflanzlicher Lebensmittel finden. Die in Soja enthaltenen Phytoöstrogene werden auch Isoflavone genannt. Sie weißen zwar eine dem menschlichen Östrogen ähnliche Struktur auf, das bedeutet allerdings nicht, dass diese denselben Effekt haben. Zwar können sie sich an Östrogenrezeptoren anlagern, haben aber einen deutlich schwächeren östrogenen Effekt. Zusätzlich besitzt der menschliche Körper zwei unterschiedliche Östrogenrezeptoren. Die körpereigenen Östrogene binden in der Regel an den Alpharezeptoren, welche vermehrt im Gewebe der weiblichen Brust oder Gebärmutter zu finden sind. Phytoestrogene bevorzugen dagegen die Betarezeptoren, die vermehrt in Knochen und dem Herz-Kreislaufsystem zu finden sind. Somit ist die Wirkung, die Phytoöstrogene auf den Köper haben, abhängig vom Verhältnis der Alpha- zu Beta-Rezeptoren in den jeweiligen Geweben. Die in Soja enthaltenen Phytoöstrogene können, wenn diese an den Rezeptoren gebunden sind, sowohl agonistisch als auch antagonistisch wirken.

So können Phytoöstrogene tatsächlich einen positiven Effekt auf Krankheiten haben, welche durch Östrogen bedingt werden. Beispielsweise hat sich in einigen Studien gezeigt, dass Frauen, welche bereits an Brustkrebs erkrankt waren, durch den Verzehr von Soja ihr Risiko eines Rückfalls signifikant verringert haben. Hierbei hat sich gezeigt, dass bereits die Menge der in gerade mal 250ml Sojadrink enthaltenen Phytoöstrogene die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Rückfalls um 25% senken kann. 

Macht Soja Männer nicht weiblicher?

Auch für alle Männer, die sich Sorgen machen, heißt es aufatmen. Von Phytoöstrogenen wächst euch weder ein A-Körbchen noch müsst ihr euch um eure Fruchtbarkeit Gedanken machen. In einer Vielzahl verschiedener Studien über die Auswirkungen von Soja auf das Hormonsystem von Männern in unterschiedlichen Altersgruppen konnte keine signifikante Wirkung auf die Testosteron- oder DHT-Spiegel festgestellt werden.

Soja und Sport

An alle Sportler und möchte gern Arnolds: Sojaprodukte eignen sich hervorragend, um den Bizeps ordentlich zum Wachsen zu bringen. Denn Soja enthält nicht nur viel Eiweiß, sondern kann auch noch einen hohen Gehalt an Alpha-Liponsäure aufweisen. Diese kann dabei helfen, den oxidativen Stress in den Muskeln zu reduzieren und somit zu einer besseren Regeneration führen.

Wird für Soja nicht der Regenwald gerodet?

Ja und nein. Das in in den südamerikanischen Regenwäldern angebaute Soja wird hauptsächlich für den Vieh und Mastbetrieb verwendet. Um Fleisch, Eier und Milchprodukte in den Maßstäben zu produzieren, wie unter anderem in Deutschland, muss viel Futter her. Rund 70% der weltweiten Anbauflächen und Weiden wird ausschließlich für Tierfutter genutzt.

Wir bei Oatsome verzichten nicht nur auf tierische Produkte, sondern beziehen unser Soja aus Deutschland. Somit kannst du dir sicher sein, dass mit unseren Produkten kein Regenwald zerstört wird.

Zusammengefasst ist Soja eine richtige Powerbohne, die ihren schlechten Ruf gar nicht verdient hat. Sojaprodukte wie Tofu, Tempeh oder Sojadrink sind eine wunderbare Ergänzung für eine ausgewogene Ernährung.

Quellen

Effect of soymilk consumption on serum estrogen and androgen concentrations in Japanese men – Nagata – Cancer, Epidemiology, biomarkers & prevention 2001, vol 10, 179
Effect of a phytoestrogen food supplement on reproductive health in normal males – Mitchell – Clinical Science 2001, 100, 613
Morifuji et al. (2006). Dietary Soya Protein Intake and Exercise Training Have an Additive Effect on Skeletal Muscle Fatty Acid Oxidation Enzyme Activities and mRNA Levels in Rats, British Journal of Nutrition, 96(3), 469-475.

Nikawa et al. (2002). Effects of a Soy Protein Diet on Exercise-Induced Muscle Protein Catabolism in Rats, Nutrition, 18(6), 490-495.

Dr. Gregor, Michel (2016): How Not To Die: Discover the foods scientifically proven to prevent and reverse disease, 220-225

Fleisch und Soja: Warum Massentierhaltung den Regenwald bedroht
https://www.abenteuer-regenwald.de/bedrohungen/fleisch

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Wissen. Setzte ein Lesezeichen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.